Binz-Besetzter weiter geduldet
Von Martin Huber.Der Kanton hat die Räumung erneut verschoben. Nun fordern Politikerinnen der SP, dass die Stadt das besetzte Areal kauft.
Die Bewohner der besetzten Liegenschaft an der Uetlibergstrasse 111 in der Binz haben vom Kanton einen weiteren Aufschub erhalten. Das seit Mai 2006 besetzte Fabrikareal wird unter dem Namen «Binz bleibt Binz» von Kulturschaffenden und Handwerkern genutzt. Der Kanton als Besitzer des Areals hatte schon mehrmals die Räumung angekündigt, diese aber immer wieder verschoben. Vor einem Jahr hatte es geheissen, die Hausbesetzter müssten bis Ende Oktober ausziehen, später gewährte der Kanton einen Aufschub bis längstens Ende Juli 2010.Doch auch das war noch nicht das letzte Wort. «Die Leute werden im Moment noch geduldet», sag Thomas Maag, Sprecher der Baudirektion. Weil kein neuer Abbruchtermin für die Fabrikhallen feststehe, gebe es auch noch kein neues Ultimatum. Die Abklärungen wegen der Altlastensanierung seien noch im Gang. Zudem habe sich die Ausgangslage verändert. Wollte der Kanton ursprünglich das Land im Baurecht abgeben, steht jetzt laut Maag Eigenbedarf das Kantons im Vordergrund. Die Abgabe im Baurecht sei «nicht mehr prioritär». Maag weist darauf hin, dass die Besetzter einen Unkonstenbeitrag für Strom und Wasser bezahlen und sich verpflichtet hätten, Rücksicht auf die Nachbarn zu nehmen. Auch auf politischer Ebene ist das Areal in der Binz wieder aktuell: Die SP-Gemeinderätinnen Jacqueline Badran und Rebekka Wyler haben ein Postulat eingereicht mit der Forderung, die Stadt solle das Areal kaufen und einer «nicht gewinnorientierten Gewerbe- und Wohnnutzung» zuführen. Bezahlbarer Raum für das Kreativgewerbe und für Kulturschaffende sie in der Stadt ebenso Mangelware wie günstiger Wohnraum für den Mittelstand.
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