Korruption im besetzten Haus
The Place Not To Be
Kürzlich in der Binz. Die Besetzer luden zu einem grossen Fest. Um sich gegen die üblichen Wir-werden-alle-immer-betrunkener-Partys abzusetzen, verpackten die ihre politische Meinung in eine griffige Versuchssituation. Die Partybesucher sollten sich fühlen wie Ausländer, die in der Schweiz um Asyl bitten. Das bedeutete, statt einfach Eintritt zu zahlen, mussten alle einen Visumsantrag ausfüllen, anstehen, Fragen beantworten. Erst dann gabs den Stempel. Drinnen durfte man wieder anstehen, seine Franken gegen eine Art Spielgeld wechseln, und erst nach erneutem Anstehen schaffte mans zum ersten Bier. Doch auch in diesem System - ganz wie im richtigen Leben - fanden sich Schlupflöcher. Einer der nicht so lange anstehen wollte, bot am Eingang den doppelten Eintrittspreis an. Und wurde prompt durchgewunken. Korruption ist eine universelle Sprache. Auch gegen die Kälte, die in den Industriehallen an den Knochen nagte, konnten sich die wohlhabenden Asylbewerber besser wehren. Hatten sie genug, stiegen sie in ein Taxi, das bereits vor dem besetzten Areal wartete. Die Botschaft kam an: Es ist mühsam, Asyl zu suchen - ausser man hat viel Geld. (bat)ZURÜCK ZU PRESSE --->