Mit Fünfer und Weggli

Besetzer aus der Binz zahlen Kaution

In weissen Pandemie-Übergwändli sowie mit Sonnenbrillen und Masken vermummt, sind am Montag morgen rund 20 Personen die Walchestrasse hinuntergelaufen. Sie führten acht Schubkarren voller Fünfräppler und eine Karre voller Weggli mit sich. Ihr Ziel war die Baudirektion des Kantons Zürich. Dort deponierten sie die Schubkarren und verschwanden wieder.

Räumung bis Mitte 2010

Hinter dieser Aktion stecken die Hausbesetzer in der Binz in Zürich, die sich «Familie Schoch» nennen. Sie haben dem Kanton als Besitzer des Fabrikareals an der Üetlibergstrasse 111/111a eine Kaution von 20 000 Franken in Fünfräpplern überreicht. Das Geld wurde vom Kanton als Sicherheit für allfällige Unkosten verlangt, die aufgrund der Besetzung entstehen könnten.
Ursprünglich hätten die rund 40 Besetzer die Fabrikhallen bis Ende Oktober rämen müssen, damit das Grundstück auf Altlasten untersucht werden kann (NZZ 14.08.2009). Das kantonale Immobilienamt gibt ihnen nun bis Ende Juni 2010 Zeit, das Areal zu verlassen, und wir im «Beiseinn» der Besetzer die Altlasten-Abklärungen vornehmen.

Mehrkosten durch Aktion

Die «besenreine» Räumung Mitte nächstes Jahr ist für den Kanton definitiv. Das sehen die Besetzer nicht ganz so eng. Sie wollen im Frühling wieder neu verhandeln. «Sie sind nicht in der Position, Forderungen zu stellen», sagte Gerhard Schmid vom Immobilienamt des Kantons Zürich. «Familie Schoch» seien geduldete Hausbsetzer, lebten und wirkten aber illegal auf dem Areal. Den F&uunl;nfer und das Weggli zu bekommen, bleibt wohl ein Wunschdenken der Besetzer.
Und was passiert mit den Fünfräpplern? «Wir werden in Geld baden», lacht Schmid. Er bezeichnet die Aktion als witzig, fügt aber an, dass sie zusätzliche Kosten verursache. Der Aufwand für das Auszählen der Münzen und der Transport zur Bank würden von der Kaution abgezogen.

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